Vorgeschichte

Es begann in der Bar am Lützowplatz

Eine visuelle Darstellung der Cocktails auf der Homepage war gefragt. Zunächst sollten Fotos von allen Cocktails, die es dort zu trinken gibt, ins Netz gestellt werden.

Wie langweilig.

Lieber einen Cocktail trinken als sich ein Foto davon anschauen. Gemalt, abstrakt und frei erschien doch besser. Bei 140 Cocktails ein heftiges Vorhaben. Also nehmen wir eine kleinere Zahl. 52 Wochen hat das Jahr, und das passt, aber da fehlt noch was. Texte müssen her, und zwar von ausgewachsenen Schriftstellern. Aber warum dann nur fürs Netz? So wurde ein Buch daraus. Bei Erscheinen dieses zweiten Buchs bereitet sich die Bar am Lützowplatz allmählich auf ihren 20. Jahrestag vor.

Damals, am 11. Juni 1990, war die Öffentlichkeit irritiert von der Chuzpe, eine American Bar im Stil der klassischen Moderne in eine Nicht-Lage zwischen Nollendorfplatz und Mauerniemandsland zu setzen. Und das mit gehörigem Aufwand.

Diese Bar wollte nicht mehr und nicht weniger sein als eine gute, wirklich klassische Bar. Elaborierte Getränke, Musik jenseits vom Mainstream, ausschließlich männliche Barkeeper und ein gelassenes Grundgefühl in Abgrenzung zu konservativen Hotelbars waren und sind die Grundbausteine. Wir waren in dieser Zeit mit unserem Konzept allein auf weiter Flur. Berlin hat sich darüber gefreut, und so entstand eine Erfolgsgeschichte. Heute gibt es in Berlin, vielleicht wie nirgends anderswo auf der Welt, unzählige auch gute Bars, und so manchem erscheint die Bar am Lützowplatz als Keimzelle dieser Entwicklung.

Aus dem 31 Meter langen Schlauch heraus entstand auch dieses Buch, und die Gäste können den 156 Künstlern und Schriftstellern beim Abtrinken ihrer Gage zuschauen.

Prost.