Die von dem Bier sind
Uwe Kolbe

Die was zum Sagen haben
und was zum Schweigen.
Die was vom Hunger haben
und was vom Tuch.

Die was zum Trinken haben
auch an den heißen Tagen.
Die es sich nicht versagen,
löschen den Durst.

Die das Alleinsein verstehen
und beieinander hocken.
Wenn sie hineingehen,
fällt es nicht auf.

Die keine Skrupel haben,
auch nicht an heißen Tagen.
Wenn sie hinausfallen,
will es der Brauch.

Die des Genusses haben
und Kraft in den Fingern.
Mienen Verdrusses,
Mienen des Spiels.

Die von dem Schaum sind,
vom Zapfhahn, vom Kühlen,
die wo die immer sitzen
auf alten Stühlen.

Die von der manchmal unangenehmen Farbe
ihres Getränks niemals Beleidigten,
die von dem Bier sind,
die Heiligen.

geboren 1957, lebt als freier Autor in Berlin. Zuletzt erschie-nen die Gedichtbände „Diese Frau“ (2007) und „Heimliche Feste“ (2008) sowie die Prosa „Storiella. Das Märchen von der Unruhe“ (2008)